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Museen

Siemens Forum in München

Viele kennen das Deutsche Museum in München, doch nur weniger das Siemens Forum in der Stadt an der Isar. Im Mai 2003 besuchte ich diese interessante Ausstellung der Firma Siemens.

Das Museum befindet sich am Oskar-von-Miller-Ring 20. Ich erreiche es immer über die U-Bahnstation Odeonsplatz und gehe die restlichen 100 Meter zu Fuß.

Eintritt

Der Eintritt ist frei.

Museumsshop

Im Shop können vor allem Bücher von und über Siemens gekauft werden. Dazu ein paar Merchandising Sachen wie etwa eine Siemens Tasse für den allmorgendlichen Frühstückskaffee.

Garderobe/Fotografieren

Die Garderobe ist unbewacht. Allerdings stehen Kästchen zu Verfügung, wo man seine Sachen einsperren kann. Dabei muss man einen Euro opfern, der aber nach dem Aufsperren vom Schloss wieder ausgespuckt wird. Fotografieren ist für private Zwecke erlaubt.

Toiletten/Mobilität

Das WC befand sich im Untergeschoß und war in einem sehr guten Zustand. Für Rollstühle gibt es ein eigenes WC. Die ganze Ausstellung ist rollstuhltauglich, die Stockwerke sind mit Aufzüge verbunden.

Gastronomie

Im Untergeschoß befinden sich Getränkeautomaten wo man sich selbst mit Kaffee und Soft Drinks versorgen kann. Im Dachgeschoß gibt es ein italienisches Café, das aber bei meinen Besuchen an den Sonntag nie geöffnet hatte. Unter der Woche ist es allerdings offen. Der Blick von den Tischen im Freien ist zwar nicht atemberaubend aber es gibt einem doch das Gefühl „über den Dingen“ zu stehen, bzw. zu sitzen.

Siemensforen

Das Siemensforum in München ist nicht das einzige in Europa. Es gibt weitere in Berlin, Erlangen, Wien und Zürich. Im wesentlichen stellen sie eine Leistungsschau der Fa. Siemens da.

Dauerausstellung

Der erste Teil der Dauerausstellung war für mich nicht so toll, weshalb ich ihn nur kurz streifen möchte. Dieser stand vor allem unter dem Schwerpunkt „Design“ und sollte aufzeigen wie sehr die Firma Siemens durch gutes Design den Kundennutzen steigert. Dabei wurden in Vitrinen Geräte gezeigt, wo dies besonders gut gelungen sein soll (Mobiltelefone, Notebooks, Waschmaschinen, Küchengeräte etc.) Die Begleittexte waren aber die reinste Selbstdarstellung und deshalb wenig interessant für den Technikerfreund.

Schon spannender war der zweite Teil der Dauerausstellung. Hier wurde mit vier Monitoren die Geschichte der Firma Siemens in Form von kurzen Filmen erzählt. Dabei wurden die Filme abwechselnd in Deutsch und in Englisch abgespielt.

Als nächstes kam ich in einen Raum, der der Telekommunikation gewidmet war. Hier hatte ich erstmals auch interaktiv mit Geräten umzugehen. So konnte ich einen alten Zeigertelegrafen bedienen, der mit viel Gerassel und Gelärme meinen mühsam eingegebenen Namen morste. Aber es hat sich niemand daran gestört, den so oft ich das Museum auch besuchte, es waren kaum Leute da.

Als nächstes tippte ich einige Sprichwörter an einem Computer ein und sendete diese an ein Telefon im gleichen Raum. Dieses klingelte sobald und als ich abhob wurden mir die Sprichwörter von einer zarten Frauenstimme vorgelesen. Solche „Ersatzfrauen“ gibt es übrigens auch bildlich, so wurden an einer anderen Stelle des Raumes die so genannten Avatare erklärt. Das sind jene virtuellen Personen, die heute im Internet und TV menschliche Wärme vermitteln sollen aber zur Gänze nur aus Bits und Bytes bestehen.

Das waren die für mich besonders beeindruckenden Beispiele in diesem Raum. Aber es gibt noch einen dritten Teil in dem Museum und zwar zum Thema Energie.

In diesem Raum wurde an der Fensterfront an Hand von Tafeln aber auch Originalstücken erzählt wie Siemens als Hersteller von Fernmeldeverbindungen begonnen hatte und schön langsam alle Bereiche eroberte, die im weitesten Sinne etwas mit Energieerzeugung, Weiterleitung und Umwandlung zu tun haben. Tja, und da jedes elektrische Gerät Energie umwandelt mutierte dieser Konzern bald zu einem Hersteller fast aller elektrischen Geräte.

An Hand von weiteren Schaubildern konnte ich ablesen, wo Siemens Gerät und Beratung im Verkehrswesen, in der Medizin und im Bürowesen zur Verfügung stellt. So kann man im medizinischen Teil ein Ultraschallgerät zur Untersuchung von schwangeren Frauen aus nächster Nähe sehen (aber nicht berühren). Hier muss ich einen kleinen Exkurs machen:

Das Siemens Museum war nicht immer in dieser Straße und es tut mir schon ein wenig leid, das es umgezogen ist. Den das alte Siemens Museum zeigte noch viel mehr interaktive Schaustücke als das neue. Unter anderem konnte man sich dort sogar auf einen vollelektronischen Zahnarztstuhl setzen.

Im Teil über die Energieerzeugung gibt es übrigens ein interessantes Computerspiel. Dort wird ein „Fahrplan“ in einem Lastverteiler simuliert. Darunter versteht man ein Schaltpult, wo der Verantwortliche die Kraftwerke eines ganzen Landes koordiniert („die Last verteilt“ = Lastverteiler). Als Spieler muss man versuchen möglichst kostenbewusst die vorhandenen Wasser, Kohle, Gas und Kernkraftwerke so einzusetzen, das der vorgegebene Verbrauch in dem jeweiligen Gebiet abgedeckt ist. Wer die Idealabdeckung zusammenbringt bekommt die meisten Punkte. Das Spiel ist unheimlich schwer!

Schon etwas leichter ist eine andere Versuchsanordnung: Hier bringt man mit einem Schlag eine an einem Bolzen gelagerte aufrecht stehende Stange ins Schaukeln, die dann mit Hilfe einer Fuzzy Steuerung sich selbst so ausbalanciert, das sie zum Schluss wieder aufrecht steht. Wie gesagt, ein sehr leichtes Spiel. Man muss nur die Stange anstoßen, der Rest passiert dann von selbst.

Sehr viel mehr als die besprochenen interaktiven Versuchsanordnungen gab es allerdings nicht. Dafür gab es noch einige Computerkonsolen, die weitere interaktive Wissensinhalte vermittelten. Allerdings empfand ich die Bedienung als zu mühsam, so das ich bald die Finger davon ließ. Als eine weitere Unannehmlichkeit empfand ich die Lautsprecherstimmen die an verschiedenen Ecken weitere Erzeugnisse präsentierten und auch das abwechselnd in Englisch und Deutsch. Es ist nicht leicht einen komplizierten Sachverhalt auf einer Schautafel zu lesen, wenn einem gleichzeitig ein gänzlich anderer Sachverhalt ins Ohr geblasen wird. Hier wäre vielleicht Weniger mehr gewesen.

Abschließend möchte ich noch erwähnen, das es im Untergeschoß eine Multimediashow gibt, die so alle 15 Minuten startet. Auf diese Show muss man aber nicht warten. Auch hier stellt sich die Firma Siemens nur selbst vor und es kommt relativ wenig interessantes rüber.

Sonderausstellung

Im Erdgeschoß werden regelmäßig zweimal im Jahr Sonderausstellungen veranstaltet. Zum Zeitpunkt meines letzten Besuches wurde allerdings gerade umgebaut. Sobald die neue Sonderausstellung eröffnet wurde, werde ich über diese bei meinen Ausstellungsberichten erzählen.

Resümee

Das Siemensforum kann natürlich mit dem großen Deutschen Museum nicht mithalten. Aber wegen seinen Sonderausstellungen möchte ich es dennoch 2x im Jahr besuchen. Dem interessierten Besucher würde ich empfehlen, es während einer solchen Sonderausstellung zu besuchen, da er hier den maximalen Nutzen ziehen kann.